Immer öfter begegne ich dem Typus Versicherungsmediziner (Versicherungsmedizinerinnen eingeschlossen). Ich denke dabei an die Kollegen des RAD der IV (regionaler ärztlicher Dienst der Invalidenversicherung beider Basel) und an die Kollegen, die für die Krankenkassen oder für Taggeldversicherungen als sogenannte Vertrauensärzte arbeiten. Die Fragen, die sich stellen, sind: In wessen Dienst stehen sie als Arzt? Von wem werden sie bezahlt? In wessen Dienst steht der Arzt überhaupt? Eigentlich ist diese letzte Frage eine sogenannte rhetorische Frage, weil selbstverständlich steht der Arzt im Dienst seiner Patienten. Oder???
Diese Selbstverständlichkeit hat nach meiner Beobachtung die letzten Jahre schwer nachgelassen. Es ist deshalb Patienten zu raten, gut nachzuschauen, für wen der Arzt arbeitet und wem gegenüber sie den Arzt von der Schweigepflicht entbinden.. Es gibt nämlich nicht nur die Versicherungsmediziner, die nichts anders tun. Es gibt in zunehmendem Mass auch praktizierende Ärzte, die sich als teilzeitlicher Angestellter von einer Versicherung (Kassen, Versicherungen, IV, SUVA) haben “kaufen” lassen (Es fällt übrigens in der letzten Zeit sehr auf, in wievielen Inseraten die Versicherungen um solche Mediziner werben). Der Patient könnte deshalb nichts ahnend Sachverhalte verraten, welche vom Versicherungsmediziner gegen sie verwendet werden könnten.. Dies ist nicht nur eine theoretische Möglichkeit, sondern ein in meiner Praxis oft gehörter Erfahrungsbericht. In diesem Sinne warne ich meine Klienten vor meinen Kollegen Versicherungsmedizinern, die so gesehen eigentlich keine Ärzte mehr sind..
So gedacht ist die Tendenz zur Tiers payant, d.h. dass die Kassen direkt zahlen und dass die Rechnung nicht zuerst zur Patienten geht, eine fragwürdige Entwicklung..